Der Künstler des Dürerhasen
vo(r)M Thayapark

Georg Herolds Kunst ist so vielschichtig, wie die übereinandergelegten Balken des Dürerhasen vo(r)m THAYAPARK. Sein Interesse an Albrecht Dürer scheint bereits in seiner Ausbildungszeit verwurzelt zu sein. Er war Schüler von Sigmar Polke, der den Jungen Feldhasen von Albrecht Dürer bereits in mehreren Versionen, neu interpretierte.

Als scharfer Beobachter begegnet Georg Herold der Mystifizierung älterer, angeblich längst verstandener und akzeptierter Kunst mit Ironie. Dabei sorgt er geschickt für eine neue Perspektive auf etablierte Werke. Er zeigte bereits 1984 einen kleineren, ein Meter langen, Vorgänger des Dürerhasen. Für dessen Ausführung verwendete er Dachlatten, welche in der Kunst von Georg Herold eine wichtige Rolle spielen. Bei unserem Hasen hat er Balken aus Lärchenholz verwertet – die sicher nicht zufällig zur Architektur des THAYAPARK passen.

Unser Dürerhase
vo(r)M Thayapark

Die Holzskulptur im Kreisverkehr fällt sofort auf – auch die Ähnlichkeit zum Vorbild, dem Jungen Feldhasen von Albrecht Dürer. Das Ohr ist in der selben Weise geknickt und auch die unverkennbare hockende Position ist klar zu erkennen. Georg Herold holt den Jungen Feldhasen in die Dreidimensionalität, hat jedoch auf die ausführliche, detaillierte Ausgestaltung verzichtet. Die Holzbalken liegen nicht direkt aufeinander, womit er auf die Malweise Albrecht Dürers anspielt. Dürer verwendete Aquarellfarbe in mehreren nicht deckenden Farbschichten übereinander gelegt, wodurch sich die effektvollen Schattierungen des Fells ergaben. Ähnliche Farbnuancen wird unser Dürerhase zeigen, wenn das verwendete Lärchenholz in einigen Jahren verwittert.

Als Skulptur im öffentlichen Raum sind Sie bei der Betrachtung unseres Dürerhasen an keine Öffnungszeiten a la Museum gebunden – er heißt Sie jederzeit willkommen.

Das große Vorbild –
Der Junge Feldhase von Albrecht Dürer

Mit dem Jungen Feldhasen schuf Albrecht Dürer, im Jahre 1502, eine der frühesten Naturstudien und war damit seiner Zeit vorraus. Auf den ersten Blick wirkt das Bild sehr detailliert, doch bei genauerer Betrachtung ist festzustellen, dass Dürer sehr rational gearbeitet hat. Mit lasierender Farbe setzte er mehrere Schichten übereinander, betonte einzelne Haarspitzen weiß und gab dem Fell mit rhythmischen Pinselstrichen seinen flauschigen Eindruck.

Schon zu Lebzeiten Dürers ahmten zahlreiche Maler das Motiv nach und ergänzten es nach eigenen Vorstellungen. Bis heute finden sich Künstler, die sich vom Jungen Feldhasen inspirieren lassen. Alfred Hrdlicka zeichnete seine eigene Version von der Marter der Zehntausend, Joseh Boys ließ sich im Pelzrock ablichten und auch der Professor Georg Herolds, Sigmar Polke interpretierte den Jungen Feldhasen in mehreren Versionen. Das Original befindet sich heute in der Albertina.

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